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Seit Beginn aller Aufzeichnungen war Spaniens Süden Ziel und Herrschaftsgebiet unterschiedlichster Völker und Kulturen.

Malaga, zweitgrößte Stadt Andalusiens und Ausgangspunkt meiner Kurzreise im Januar 2006, ist exemplarisch für die Region: Nahe der Stadt finden sich in Höhlen Felszeichnungen aus der Jungsteinzeit. Und noch bevor im 8. Jh. v. Chr. die Griechen den Handelsplatz übernahmen, siedelten dort Iberer und Phönizier. Den Griechen wiederum folgten die Karthager, die ihrerseits von den Römern abgelöst wurden. Kurze Zeit war Malaga dann Teil des Byzantinischen Reiches und wurde danach von den Westgoten regiert bis diese 711 von den Mauren verdrängt wurden. 700 Jahre maurischer Herrschaft folgten, die Malaga - als Hafen der Nasriden von Granada - seine Blütezeit bescherten. Erst 1487 erober-ten die Truppen der Katholischen Könige Malaga zurück und die Spanische Geschichte begann. 

Fast 40 Jahren ist es her, seit ich die Region zum ersten Mal bereist habe. Ich bin auf ein Wiedersehen gespannt.

Während des Fluges nach Malaga präsentieren die Pyrenäen ihre schnee- bedeckten Gipfel über den Wolken. 

 
 
Der Anflug auf Malaga ist spektakulär, weil die Landebahn rechtwinklig von der Seeseite angeflogen wird.
 
 
Schnell sind nach der Landung die Formalitäten erledigt und ich mache mich mit meinem Hyundai Matrix auf, um mein Stadthotel zu suchen. Hier ein Schnapp-schuß im Vorbeifahren vom Messe- und Kongress-Zentrum. 
 
 
Die Suche nach meinem Hotel führt zu einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt. Mein Fehler, denn das Hotel MS Maestranza liegt zentral und mein Zimmer (modern und wohnlich) ist ruhig und mit direktem Blick auf den "Plaza de Toros". Umgehend mache ich mich zu einem Stadtbummel auf. Malaga rüstet sich für den Höhepunkt des spanischen Weihnachtsfestes, die "Heiligen Drei Könige".
 
 
Auch das Rathaus strahlt in weihnachtlichem "Outfit".
 
 
Hier treffen sich Epochen: Das römische Amphietheater aus dem 1. Jh. n. Chr. liegt zu Füßen der maurischen Festung, der Alcazaba.
 
 
Der Weihnachtsmarkt im Stadtzentrum erinnert an einen Bazar: Neben Gauklern, Teppichhändlern und Schriftgelehrten gibt es auch exotische Angebote für den Gaumen (und die Nase kommt dabei auch nicht zu kurz).
 
 
Besonders das orientalische Angebot macht den Markt interessant.
 
 
Der abendliche Stadtbummel bietet eine Vielzahl von Fotomotiven:
die Kathedrale "La Manquita" ....
 
 
.... oder die Altstadt, der Heimat Pablo Picassos (interessantes Museum!).
 
 
Am nächsten Morgen ermöglicht mir der freundliche Rezeptionist den Zugang zum Dach des Hotels (13.Etage) und von dort den Blick auf den Burgberg mit der Alcazaba....
 
 
.... und die Stierkampfarena (mit Tauben statt Stieren)
 
 
Jetzt ist es Zeit, sich auf Tour zu begeben: Über Torremolinos (Bild) und Marbella geht es nach Ronda. Und von dort aus nach Granada: die Alhambra ist das heimliche Ziel der Reise.                                      
 
 
Bei Marbella zweigt die C 376 von der Küste ab und führt nach Ronda und ins Gebirge, das man aber erst geniessen kann, wenn der Gürtel der Wohlstands-verwüstungen um Marbella überwunden ist.
 
 
Die Straße ist neu und gut befahrbar und nur wenige Reste an Berghängen und in Schluchten erinnern an die abenteuerliche Carretera von vor über 30 Jahren. Deshalb biege ich bald ganz willkürlich von der Hauptstraße ab und bin sofort mitten in der Einsamkeit.
 
 
Bald erreiche ich über winzige Nebenstraßen eine Landschaft mit ausgedehnten Baumbeständen: Esskastanien.
 
 
Ronda - die Stadt mit der phantastischen Lage auf der nahezu kreisförmigen Plattform eines fast senkrecht abfallenden Plateaus - galt Lange Zeit als uneinnehmbar und war bereits Siedlungsort der Iberer. Und dann hinterließen Alle, wie bei "Malaga" beschrieben, ihre Spuren. Ronda gilt als absolutes "Muß" bei einer Andalusienreise. Das dokumentiert sich auch in der Vielzahl der Touristen, zu denen in der Vergangenheit auch Hemingway, James Joyce und Rainer Maria Rilke gehörten (um nur einige zu nennen).
 
 
Für meinen Aufenthalt hatte ich den Parador gewählt, der im ehemaligen Rathaus von Ronda exponiert auf der Spitze der Klippe liegt. Der atembe-raubende Ausblick in die weite Landschaft und auf das Wahrzeichen von
Ronda, die Bogenbrücke, war inklusive.
 
 
Die Brücke von Ronda. Sie verbindet erst seit 1793 die Stadtteile von Ronda und überwindet die 150 m tiefe, messerscharfe Schlucht. Der Baumeister der Brücke kam durch einen Sturz von seiner Brücke ums Leben. Man erzählt, er habe Selbstmord begangen, weil er ein so perfektes Bauwerk nie wieder konstruieren könne.
 
 
Straßenzug in der Innenstadt.
 
 
Muße, Besinnung, Erinnerung und Ausblick.
 
 
Ronda gilt auch als Wiege des Stierkampfes und besitzt die älteste Stierkampfarena.
 
 
Um 1800 wurden von der Stierkämpfer-Familie Romero die noch heute gültigen Regeln aufgestellt und jedes Jahr treffen sich "Aficionados" aus der ganzen Welt zur "Corrida".
 
 
Sol y Sombra -  Sonne und Schatten
 
 
Die Geschichte Rondas füllt leicht ein ganzes Buch. So stammte auch das Vorbild für Bizet´s "Carmen" aus dem Schmugglernest. Und der überhand- nehmende Schmuggel in Ronda führte 1844 zur Gründung der heute in ganz Spanien präsenten "Guardia Civil".

Andalusien ist berühmt für seine "Weißen Dörfer", malerisch in die Berge gebaute Siedlungen, deren weiß getünchte Häuser mit den roten Dächern sich kontrast-reich von der Umgebung abheben. Und Ronda ist idealer Ausgangspunkt für eine Tour zu den bekanntesten "Pueblos blancos". Also besorgte ich mir an der Rezeption des Paradors eine Karte und versehen mit wohlgemeinten Hinweisen machte ich mich auf den Weg in die Ronda umgebende Bergwelt.
Bald führte mich meine Karte auf entlegene Nebenstrecken und am Wegrand wuchsen Apfelsinen.
 
 
Immer wieder wurde die schlechte Wegstrecke mit berauschenden Motiven belohnt. Ortsnamen wie Farajan, Jubrique, Genalguacil und Benarraba stehen beispielhaft für bewegte Geschichte und atenberaubende Landschft. 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zuerst vermutete ich Waldbrände als Grund für die Rauchschwaden, die Land-schaftsaufnahmen in der Totalen vereitelten. Tatsächlich waren es aber kontrollierte Feuer; die Esskastanien werden in den Wintermonaten gestutzt und das entfernte Holz wird von den Bergbauern verbrannt.
 
 
Mittlerweile hatte mich meine Karte nach mehreren Bachdurchquerungen in die "Middle of Nowhere" geführt. Die Landschaft und ihre Motive wurden dafür umso beeindruckender.
 
 
Mittags sind die Dörfer wie ausgestorben: Siesta.  
 
 
In Genualguacil.
 
 
Nach einer erneuten abenteuerlichen "Bergbesteigung" mit meinem Hyundai Matrix erreichte ich vor den staunenden Augen einiger Dorfbewohner Benarraba. Bei der gemeinsamen Diskussion der möglichen weiteren Route kam dann heraus, daß der Schwerpunkt meiner Karte die "Senderos" der Gebirge um Ronda waren: traditionelle Pfade, die die Einheimischen seit jeher als Verbindung zwischen ihren Dörfern nutzen und die heute Wanderwege sind, die sich auch für Mountainbike-Touren eignen. Also: nicht zur Nachahmung empfohlen!

Der Nachmittag führte mich durch die landschsftlichen Reize des Naturparks "Sierra de Grazalema".
 
 
Die späte Nachmittagssonne tauchte die Landschaft in warmes Licht mit langen Schatten.
 
 
Weil´s so schön ist: der Baum rechts im Bild als "Solitär".
 
 
Der Blick aus meinem Hotelzimmer beendet einen ereignisreichen Tag.
Morgen geht es nach Granada; ich bin gespannt auf die Alhambra, das Welt-kulturerbe.
 
 
Auch in Andalusien ist im Januar Winter: Der nächste Morgen brachte ergiebigen Regen, der der Landschaft aber einen besonderen Reiz verlieh.
 
 
In Granada wuchs sich der Regen zum Wolkenbruch aus und über der Stadt lag eine dichte Smog-Wolke. Einzig die Alhambra ragte daraus hervor.
 
 
Selbst die widrige Witterung konnte dem Zeugnis von 700 Jahren maurischer Bau- und Lebenskunst nichts von ihrem Charme nehmen. 
 
 
Hier ist der Ehrentitel "Weltkulturerbe" zu Recht verliehen worden. Leider wird durch die inflationäre Vergabe dieser Bezeichnung durch die UNO der Blick auf die wirklichen Schätze der Menschheit zwischenzeitlich zunehmend verstellt.
 
 
Von außen erscheint die Alhambra wie ein Zweckbau, im Innern aber be-zeugen Säulen, Bögen und Ornamentik, Gärten und Wasserspiele den Höhe-punkt arabisch-andalusischer Baukunst.
 
 
Sala de la Barca
 
 
Der Myrtenhof (Patio de los Arrayanes), Zentrum des höfischen Lebens im Serail
 
 
Der Löwenhof (Patio de los Leones) spiegelt das Lebensgefühl der Nasriden:
124 schlanke Marmorsäulen vermitteln Leichtigkeit und Lebensfreude.
 
 
Zweifelsohne ist die Alhambra bei der Bilderauswahl dieser Reise zu kurz ge-kommen: zu Recht, denn
1.) es gibt eine Vielzahl von Publikationen über Granada und die Alhambra und
2.) hier hilft nur selber schauen und geniessen.

Der ständige Regen war in der nahegelegenen Sierra Nevada als Schnee (wie der Name schon sagt...) niedergegangen und am nächsten Morgen zeigten die über 3000 m hohen Bergriesen ihre Spitzen über den Wolken.
Mein Weg führte mich wieder zur Küste, Richtung Almunecar. Zwar verbindet eine neue Autobahn (E 902) beide Städte, doch auch hier die dringende Empfehlung, die landschftlich besonders schöne Seitenstrße zu wählen, die kurz vor Suspiro del Moro nach Westen abzweigt. Die Straße führt 62 km ohne "Dorfberührung" durch großartige Landschaft und bietet dann beim "Abstieg" bis auf Meeresniveau besonders spektakuläre Panoramen.

Die Küstenstraße nach Malaga verlockt zu diversen Stops, weil sich von den Aussichtspunkten, die die "Alte Straße" hinterlassen hat, die Schönheit der Küste erschliesst.
 
 
Am späten Nachmittag hat mich die "Lufthansa" wieder und nach dem Start Richtung Frankfurt kommt schon wieder Reiselust und Fernweh auf.....
 
 
Hasta la Vista, Andalucia ! ...und Danke, daß Sie dabei waren.